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Praxisleitfaden

Firma verkaufen ohne Makler:
So geht's 2026 — Schritt für Schritt

Immer mehr Unternehmer verkaufen ihre Firma ohne klassischen M&A-Makler — und sparen dabei Tausende Euro. Was das bedeutet, wie es funktioniert und wann ein Berater doch sinnvoll ist: der ehrliche Leitfaden.

Dmitriy Chuianov
9. August 2026
⏱ 12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: August 2026
Firma verkaufen ohne Makler 2026 — Schritt für Schritt | Eumarco
Das Wichtigste vorab: Eine Firma ohne Makler zu verkaufen ist möglich — aber nicht ohne Vorbereitung. Wer strukturiert vorgeht, die richtigen Plattformen nutzt und für Bewertung und Kaufvertrag Spezialisten hinzuzieht, kann den Prozess erfolgreich selbst steuern und dabei erhebliche Kosten sparen.

1. Warum immer mehr Inhaber ohne Makler verkaufen

Der Firmenverkauf ohne klassischen M&A-Berater oder Makler ist kein Nischenthema mehr. Er ist eine bewusste strategische Entscheidung, die immer mehr Inhaber treffen — aus drei Gründen: Die digitalen Plattformen für Unternehmenstransaktionen sind professioneller geworden, die Informationen über den Prozess sind zugänglicher, und die Kosten für klassische Vermittler sind schlicht zu hoch.

Laut aktuellen Marktdaten liegen die Gesamtkosten eines Unternehmensverkaufs mit klassischer M&A-Beratung typischerweise bei 5 bis 10 Prozent des Transaktionsvolumens (Quelle: venture-advisory-partners.com, August 2026). Bei einem Firmenwert von 800.000 € bedeutet das: 40.000 bis 80.000 € gehen an Berater und Vermittler — bevor Steuern abgezogen werden.

Ohne Makler können Verkäufer diesen Betrag weitgehend einsparen — wenn sie den Prozess kennen und richtig vorbereitet sind.

Mit klassischem Makler / M&A-Berater

  • Erfolgsprovision 3–7% des Kaufpreises
  • Monatlicher Retainer 4.000–10.000 €
  • Anwaltskosten Kaufvertrag extra
  • Gesamtkosten oft 5–10% des Kaufpreises
  • Kontrollverlust über den Prozess

Ohne Makler — mit Plattform

  • Plattformgebühr statt Provision
  • Kein Retainer
  • Steuerberater + Anwalt für Kaufvertrag
  • Gesamtkosten oft unter 2% des Kaufpreises
  • Volle Kontrolle über Prozess und Timing

2. Was kostet ein Makler beim Firmenverkauf wirklich?

Beim Firmenverkauf gibt es — anders als beim Immobilienverkauf — keine gesetzliche Regelung zur Provisionshöhe. Die Vergütung ist frei verhandelbar. In der Praxis haben sich folgende Marktstandards etabliert:

Kostenbaustein Typische Höhe Fälligkeit Quelle
Erfolgsprovision (Success Fee) 3–7% des Kaufpreises
Bei kleinen Deals bis 10%
Bei Abschluss IFU Institut, nordvisory.de
Monatlicher Retainer 4.000–10.000 €/Monat
Über 6–18 Monate
Laufend venture-advisory-partners.com
Anwalt (Kaufvertrag) 5.000–20.000 € Bei Abschluss Marktstandard DE
Steuerberater 3.000–10.000 € Laufend Marktstandard DE
Notar 1–2% des Kaufpreises Bei Abschluss GNotKG

Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis öffentlicher Marktdaten, Stand August 2026. Individuelle Konditionen können abweichen.

💰 Was Sie ohne Makler sparen — Beispielrechnung

Kaufpreis
800.000 €
Beispiel Mittelstand
Maklerkosten (5%)
− 40.000 €
Provision + Retainer
Ihre Ersparnis
+ 35.000 €
nach Anwalt + Steuerberater
Wichtig: Auch ohne Makler fallen Kosten an — Steuerberater, Anwalt für den Kaufvertrag und Notar sind unverzichtbar. Der Unterschied: Diese Kosten sind deutlich niedriger als eine klassische M&A-Provision und transparent kalkulierbar.

3. Firma ohne Makler verkaufen: Schritt für Schritt

Der Verkaufsprozess ohne Makler folgt denselben Phasen wie mit Berater — aber Sie steuern ihn selbst. Das erfordert mehr Eigeninitiative, gibt Ihnen dafür aber volle Kontrolle über Timing, Preis und Käuferauswahl.

1
3–6 Monate vor Verkauf

Unternehmen bewerten lassen

Holen Sie ein professionelles Kurzgutachten ein — oder nutzen Sie einen Online-Rechner als Erstorientierung. Ein realistischer Preis ist die wichtigste Grundlage. Überbewertete Unternehmen finden keinen Käufer, unterbewertete verschenken Geld. → Kostenloser Bewertungsrechner auf Eumarco

2
2–4 Monate vor Verkauf

Unterlagen vorbereiten

Jahresabschlüsse der letzten 3 Jahre, aktuelle BWA, Vertragsübersicht, Mitarbeiterliste, Kundenliste (anonymisiert) — alles geordnet in einem digitalen Datenraum. Je vollständiger Ihre Unterlagen, desto schneller und reibungsloser läuft die spätere Due Diligence.

3
Gleichzeitig

Steuerberater einschalten

Die steuerliche Strukturierung des Verkaufs muss vor den Verhandlungen feststehen — nicht danach. Share Deal oder Asset Deal? GmbH-Anteile oder Einzelunternehmen? Die richtige Struktur kann den Netto-Erlös um mehrere zehntausend Euro verändern. Sprechen Sie vor allem frühzeitig mit einem auf Unternehmenstransaktionen spezialisierten Steuerberater.

4
Kernschritt

Anonymes Inserat schalten

Inserieren Sie Ihr Unternehmen anonym auf einer spezialisierten Plattform — mit Branche, Region und Kennzahlen, ohne Ihren Namen. So erfahren Mitarbeiter, Kunden und Wettbewerber nichts vom geplanten Verkauf. Erst nach NDA-Unterzeichnung geben Sie Ihren Unternehmensnamen preis.

5
Laufend

Kaufinteressenten qualifizieren

Nicht jede Anfrage ist ernst gemeint. Prüfen Sie: Hat der Interessent Berufserfahrung in der Branche? Kann er die Finanzierung nachweisen? Gibt es eine konkrete Vorstellung vom Kaufpreis? Auf Plattformen mit Käufer-Verifizierung wird diese Arbeit bereits vor dem Erstkontakt erledigt.

6
Nach NDA

NDA unterzeichnen & Informationsmemorandum übergeben

Erst nach digitaler oder schriftlicher Unterzeichnung der Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) erhalten qualifizierte Interessenten das Informationsmemorandum (IM) mit vollständigen Finanzdaten, Unternehmensname und vertraulichen Details.

7
Mit ernsthaften Interessenten

Letter of Intent verhandeln

Preis, Transaktionsstruktur, Übergabebedingungen und Exklusivitätsperiode werden im Letter of Intent (LoI) festgehalten. Der LoI ist meist rechtlich unverbindlich — aber faktisch entscheidend. Lassen Sie ihn von einem Anwalt prüfen.

8
4–8 Wochen

Due Diligence begleiten

Der Käufer prüft Ihr Unternehmen systematisch. Stellen Sie alle angeforderten Unterlagen aus dem Datenraum bereit. Je vollständiger die Vorbereitung, desto schneller und reibungsloser läuft diese Phase.

9
Notariell

Kaufvertrag & Notartermin

Den Kaufvertrag (SPA oder APA) erstellt und prüft ein Anwalt — das ist auch ohne Makler unverzichtbar. Bei GmbH-Anteilen ist die notarielle Beurkundung nach § 15 GmbHG gesetzlich vorgeschrieben. Nach Unterzeichnung folgt die Kaufpreiszahlung und die Übergabe.

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4. Welche Plattform nutzen — ohne Makler?

Wer ohne Makler verkauft, braucht eine gute Plattform als Ersatz für das Käufernetzwerk des Beraters. Die wichtigsten Optionen in Deutschland:

Plattform Kosten Käufer-Verif. NDA / Datenraum Geeignet für
nexxt-change.org Kostenlos Teilweise Nein KMU bis 2 Mio. €
DUB.de Kostenlos* Teilweise Nein Breite Reichweite
Eumarco 0% Provision Ja (ECBB) Ja — integriert Qualifizierte Käufer, international
firmenzukaufen.de Kostenpflichtig Teilweise Nein Europäische Käufer

*DUB.de: Inserieren kostenlos, Käufer zahlen 2% Provision im Erfolgsfall.

Tipp: Nutzen Sie für maximale Reichweite zwei Plattformen parallel — nexxt-change kostenlos für den deutschen KMU-Markt und Eumarco für verifizierte, qualifizierte Käufer mit internationalem Hintergrund. Das erhöht die Abschlusswahrscheinlichkeit erheblich — ohne Mehrkosten.

5. Steuern beim Firmenverkauf ohne Makler

Die Steuerbelastung hängt nicht davon ab, ob Sie mit oder ohne Makler verkaufen — sondern von der Unternehmensstruktur und der Transaktionsform. Das ist einer der wichtigsten Punkte für den realen Netto-Erlös:

Konstellation Steuerbelastung ca. Rechtsgrundlage
GmbH-Anteile (Privatperson) ~28,5% effektiv § 17 EStG, Teileinkünfteverfahren
GmbH-Anteile (Holding verkauft) ~1,5% effektiv § 8b KStG — 95% steuerfrei
Einzelunternehmen (ab 55 J.) Reduziert § 16 Abs. 4 EStG — Freibetrag €45.000
Asset Deal Oft ungünstiger Laufende Betriebseinnahmen
Wichtiger Hinweis: Alle steuerlichen Angaben dienen der allgemeinen Orientierung und basieren auf dem deutschen Steuerrecht (Stand August 2026). Sie ersetzen keine individuelle Steuerberatung. Klären Sie die steuerliche Struktur vor Beginn der Verhandlungen mit einem spezialisierten Steuerberater — nicht danach.

6. Was ist meine Firma wert?

Der häufigste Fehler beim Verkauf ohne Makler: Eine falsche Preisvorstellung. Zu hoch — und kein qualifizierter Käufer kommt zum Abschluss. Zu niedrig — und Sie verschenken aufgebauten Wert.

Im deutschen Mittelstand ist das EBITDA-Multiple-Verfahren die gängigste Methode:

Formel

Unternehmenswert = normalisiertes EBITDA × Branchenmultiple

Beispiel: 200.000 € EBITDA × 4× (Produzierendes Gewerbe) = 800.000 € Unternehmenswert

Die typischen Branchenmultiplikatoren für deutsche KMU 2026: Handwerk/Bau 2–4×, Handel 2–5×, IT-Dienstleistungen 4–8×, Software/SaaS 6–12×. Eine detaillierte Übersicht und einen kostenlosen Rechner finden Sie hier: → Unternehmensbewertung 2026: Methoden, Formel & kostenloser Rechner

7. Wann braucht man doch einen Makler?

Ohne Makler zu verkaufen ist nicht für jeden die richtige Entscheidung. Es gibt Situationen, in denen ein erfahrener M&A-Berater seinen Preis wert ist:

  • Transaktionswert über 3–5 Mio. €: Ab dieser Größe ist ein strukturierter Auktionsprozess mit mehreren parallelen Bietern oft wirtschaftlich sinnvoll — der Bewertungsuplift übersteigt die Beratungskosten.
  • Komplexe Unternehmensstruktur: Mehrere Gesellschafter, internationale Beteiligungen, komplizierte Vertragslandschaft — hier ist professionelle Koordination durch einen Berater wertvoll.
  • Zeitdruck: Wenn Sie in 6 Monaten verkaufen müssen, ist aktive Käufersuche durch einen Berater mit Netzwerk oft effizienter.
  • Keine Zeit für Eigenregie: Der Verkaufsprozess neben dem Tagesgeschäft erfordert 10–20 Stunden pro Woche. Wer das nicht leisten kann oder will, ist beim Berater besser aufgehoben.
  • Erster Verkauf ohne Erfahrung: Wer noch nie einen Unternehmensverkauf durchgeführt hat und über die gängigen Fehler in Verhandlung und Due Diligence nicht Bescheid weiß, profitiert von Begleitung.
Faustregel: Laut CT Acquisitions (DACH-Leitfaden 2026) rechnet sich ein spezialisierter M&A-Berater ab einem Enterprise Value von rund 3 Millionen Euro. Darunter arbeiten viele Verkäufer erfolgreich über Plattformen, IHK-Nachfolgeberatung oder nexxt-change.

8. Die häufigsten Fehler beim Verkauf ohne Makler

  • Überhöhter Einstiegspreis: Ohne Berater der den Markt kennt, setzen viele Inhaber zu hohe Preise an. Das schreckt qualifizierte Käufer ab und verlängert den Prozess um Monate.
  • Kein NDA vor dem ersten Gespräch: Vertrauliche Informationen ohne Geheimhaltungsvereinbarung weiterzugeben ist ein schwerer Fehler — besonders wenn der Interessent ein Wettbewerber ist.
  • Fehlende Steuerplanung: Die Transaktionsstruktur nach dem Deal ändern zu wollen ist meistens nicht möglich. Steuerberater muss vor den Verhandlungen eingebunden werden.
  • Zu früh intern kommunizieren: Mitarbeiter oder Kunden erfahren vom Verkauf, bevor alles geregelt ist. Das erzeugt Unsicherheit, Kündigungen und Kundenverluste.
  • Kaufvertrag ohne Anwalt: Ohne Makler bedeutet nicht ohne Anwalt. Garantien, Freistellungen und Haftungsgrenzen im Kaufvertrag sind komplex — hier muss ein spezialisierter Anwalt ran.
  • Nur ein Kaufinteressent: Wer mit einem einzigen Interessenten verhandelt, hat keine Verhandlungsmacht. Mehrere parallele Interessenten erzeugen Wettbewerb und bessere Konditionen.

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FAQ — Häufige Fragen zum Firmenverkauf ohne Makler

Ja — für viele KMU-Inhaber ist der Verkauf ohne klassischen M&A-Makler möglich und sinnvoll, besonders bei Transaktionswerten unter 3 Mio. €. Sie benötigen eine gute Plattform für die Käufersuche, einen Steuerberater für die steuerliche Strukturierung und einen Anwalt für den Kaufvertrag. Den Prozess selbst können Sie mit der richtigen Vorbereitung steuern.

Ein klassischer M&A-Berater beim Firmenverkauf verlangt typischerweise eine Erfolgsprovision von 3–7% des Kaufpreises, bei kleinen Transaktionen bis zu 10%. Dazu kommt oft ein monatlicher Retainer von 4.000–10.000 €. Gesamtkosten mit Anwalt, Steuerberater und Notar liegen typisch bei 5–10% des Transaktionsvolumens. Quellen: IFU Institut, venture-advisory-partners.com, Stand August 2026.

Ein Unternehmensmakler vermittelt passiv zwischen Käufer und Verkäufer und wird von beiden Parteien vergütet (typisch 3–6% je Partei). Ein M&A-Berater agiert aktiv als Prozessmanager, übernimmt Bewertung, Käufersuche, Verhandlung und Due Diligence-Koordination — und wird typisch über Retainer plus Erfolgsprovision vergütet. Der M&A-Berater kostet mehr, liefert aber mehr Leistung.

Von der ersten aktiven Käufersuche bis zum Closing dauert ein Firmenverkauf realistisch 6 bis 18 Monate — mit oder ohne Makler. Gut vorbereitete Verkäufer mit vollständigen Unterlagen und einer realistischen Preisvorstellung können den Prozess auf 9–12 Monate verkürzen. Die Vorbereitung (Bewertung, Unterlagen, steuerliche Strukturierung) sollte zusätzlich 3–6 Monate vor der aktiven Käufersuche beginnen.

Ja, unbedingt. Ohne Makler bedeutet nicht ohne Anwalt. Der Kaufvertrag (Share Purchase Agreement oder Asset Purchase Agreement) enthält komplexe Klauseln zu Garantien, Freistellungen und Haftungsgrenzen — das muss ein spezialisierter Transaktionsanwalt prüfen und aushandeln. Bei GmbH-Anteilen ist zudem die notarielle Beurkundung nach § 15 GmbHG gesetzlich vorgeschrieben. Anwaltskosten liegen typisch bei 5.000–20.000 €.

Die effektivsten Wege: Spezialisierte Plattformen wie Eumarco (verifizierte Käufer, 0% Provision), nexxt-change (kostenlos, größte Reichweite in DE), IHK-Nachfolgebörsen sowie die direkte Ansprache von strategischen Käufern aus dem Branchennetzwerk. Experten empfehlen, zwei bis drei Kanäle parallel zu nutzen. Wichtig: Alle Interessenten müssen vor Erhalt vertraulicher Informationen ein NDA unterzeichnen.


Dmitriy Chuianov — SEO-Spezialist Eumarco

Dmitriy Chuianov

SEO-Spezialist & Blog-Autor bei Eumarco

Dmitriy Chuianov ist SEO-Spezialist und Content-Stratege mit Fokus auf Unternehmenstransaktionen und den deutschen M&A-Markt. Er verantwortet den Eumarco-Blog und entwickelt Inhalte, die Unternehmern helfen, fundierte Entscheidungen beim Kauf oder Verkauf zu treffen. → LinkedIn-Profil