Vom Café-Besitzer zum
Plattform-Gründer:
Wie Eumarco entstand
Andrei Muntean verkaufte sein Gastronomie-Unternehmen in Deutschland und erlebte am eigenen Leib, wie kaputt der europäische Markt für Unternehmensverkäufe ist. Was er danach baute, verändert die Branche — still, aber konsequent.

Es gibt Momente, in denen man versteht, dass etwas grundlegend falsch läuft — nicht durch Marktforschung, nicht durch Beraterdossiers, sondern durch den eigenen Schmerz. Für Andrei Muntean war dieser Moment der Verkauf seines Unternehmens.
Muntean hatte jahrelang Café le Boulevard aufgebaut — ein regionales Gastronomie- und Bäckereinetzwerk in der Region Aachen. Was 2019 mit der ersten Filiale in Geilenkirchen begann, wuchs schnell: 2021 eröffnete die zweite Filiale in Übach-Palenberg — mit einer eigenen Backstube, zwei Bäckern in Vollzeit, einer Konditorin und einem Café-Bereich. Die gesamte Produktion lief über diese Filiale. 2024 kam ein dritter Standort in Aachen als Verkaufsstelle hinzu. Auf dem Höhepunkt beschäftigte Café le Boulevard 14 Vollzeitmitarbeiter und 10 Minijobber. Die Aachener Zeitung berichtete über das Unternehmen — unter anderem im Zusammenhang mit den bürokratischen Anforderungen für Bäckereibetriebe in Deutschland.
Im August 2025 wurden alle drei Filialen verkauft. Und damit begann eine andere Art von Lehrzeit.
„Ich dachte, der schwierige Teil wäre der Aufbau. Aber der Verkauf war in mancher Hinsicht noch frustrierender. Es gab keine transparenten Prozesse, keine strukturierten Wege für internationale Käufer — und am Ende vermittelte alles ein Makler, der einen erheblichen Teil des Erlöses einsteckte."
Ein Markt, der für Unternehmer nicht funktioniert
Was Muntean beim Verkauf seines Unternehmens erlebte, ist kein Einzelfall. Es ist die Realität für Hunderttausende Unternehmer in Europa. Laut IfM Bonn stehen im Zeitraum 2026 bis 2030 rund 186.000 Unternehmen allein in Deutschland vor einer Übergabe. Über 240.000 Inhaber erwägen laut KfW Nachfolge-Monitoring 2025, ihren Betrieb zu schließen — nicht weil das Unternehmen wertlos wäre, sondern weil sie keinen geeigneten Käufer finden.
Das Problem ist strukturell. Der europäische Markt für Unternehmensverkäufe ist fragmentiert: Jedes Land hat seine eigenen Plattformen, seine eigenen Prozesse, seine eigene Sprache. Wer als Unternehmer aus Rumänien einen deutschen Betrieb kaufen oder als österreichischer Investor in eine spanische Firma investieren möchte, steht vor einem Labyrinth aus unterschiedlichen Plattformen, Sprachbarrieren und nicht standardisierten Prozessen.
Die Idee: Was, wenn das ganz anders gehen würde?
Nach dem Verkauf seines Unternehmens begann Muntean, eine Frage zu verfolgen, die ihn nicht losließ: Warum ist dieser Markt so undigitalisiert, während gleichzeitig Immobilien, Hotels und Stellenangebote längst über einfach zu bedienende europäische Plattformen zugänglich sind?
Die Analogie ist treffend. Booking.com hat den Hotelmarkt nicht erfunden — es hat ihn zugänglich gemacht. LinkedIn hat das Recruiting nicht erfunden — es hat professionelle Netzwerke digitalisiert. Der Markt für Unternehmenstransaktionen wartete noch auf diesen Moment.
„Meine Vision war einfach: Unternehmensverkäufe in Europa sollen irgendwann genauso zugänglich sein wie die Buchung eines Hotels. Nicht für Konzerne — sondern für den Bäckermeister in Deutschland, den IT-Unternehmer in Polen, den Pflegedienst-Inhaber in Österreich."
Was folgte, war keine Gründung aus dem Hörsaal, sondern aus der Praxis: Muntean kannte die Probleme nicht aus Büchern, sondern aus eigener Erfahrung als Unternehmer, als Verkäufer, als jemand, der den Prozess von innen gesehen hatte. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Cluj-Napoca, Rumänien — einem der aufstrebenden Tech-Zentren Europas.
Die Geschichte von Eumarco: Von der Idee zur Plattform
Was Eumarco anders macht — und warum das wichtig ist
Eumarco ist nicht die erste Plattform für Unternehmensverkäufe. Es ist auch nicht die bekannteste. Aber es ist die einzige, die konsequent versucht, die strukturellen Probleme zu lösen, die Muntean selbst erlebt hat — statt nur eine weitere Anzeigenplattform zu bauen.
Die Vision: Ein europäisches Ökosystem für Unternehmenstransaktionen
Eumarco versteht sich nicht als klassische Unternehmensbörse. Die langfristige Vision ist ambitionierter: ein digitales europäisches Ökosystem, in dem Unternehmer, Investoren, Franchisegeber und professionelle Berater unabhängig von nationalen Grenzen miteinander zusammenarbeiten können.
Das bedeutet konkret: Auf der Plattform können nicht nur Unternehmen zum Kauf inseriert werden, sondern auch Investitionsmöglichkeiten, Franchisekonzepte und strategische Partnerschaften. Professionelle Partner — M&A-Berater, Steuerberater, Anwaltskanzleien — sind direkt in das Ökosystem integriert und können Transaktionen begleiten.
„Wir wollen Unternehmensübernahmen in Europa irgendwann genauso zugänglich machen, wie internationale Plattformen heute den Zugang zu Immobilien, Hotels oder Arbeitsplätzen ermöglichen. Einfach. Transparent. Grenzüberschreitend."
Eumarco richtet sich dabei explizit an kleine und mittlere Unternehmen — jene 186.000 Betriebe, die bis 2030 einen Nachfolger suchen, und jene Käufer, die nicht über das Netzwerk einer Großbank oder einer M&A-Boutique verfügen, aber trotzdem seriös und finanzstark sind.
Der Gründer: Andrei Muntean
Andrei Muntean
Gründer & CEO, Eumarco · Cluj-Napoca, Rumänien
Andrei Muntean gründete 2019 Café le Boulevard — mit der ersten Filiale in Geilenkirchen. Bis 2024 wuchs das Netzwerk auf drei Standorte (Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Aachen) mit eigener Backstube, 14 Vollzeitmitarbeitern und 10 Minijobbern. Im August 2025 verkaufte Muntean alle Filialen. Die Erfahrungen aus diesem Prozess — fragmentierte Plattformen, unstrukturierte Käuferanfragen, hohe Maklerkosten — führten zur Gründung von Eumarco. Über sein Unternehmen berichtete unter anderem die Aachener Zeitung im Zusammenhang mit bürokratischen Anforderungen für Bäckereibetriebe in Deutschland.
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